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Blaulicht

Warum ist das Blaulicht blau?

Warum ist das Blaulicht auf Einsatzfahrzeugen eigentlicht Blau?

"Achtung, fahr rechts ran, hinter uns kommt ein Fahrzeug mit Blaulicht..." Hmm..., aber warum ist dieses Blinklicht eigentlich blau? Rot ist doch auch eine schöne Farbe.
Der Grund dafür geht zurück ins Jahr 1933 und ist militärisch. In Zeiten des Krieges waren Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr und Polizei strategisch sinnvolle Ziele für Kampfflugzeuge, da sie der Bevölkerung und den Streikräften des Feindes in Notsituationen halfen.
Außerdem erkannte man zu dieser Zeit die Notwendigkeit, Fahrzeuge mit einem optischen Signal auszurüsten, damit die Menschen Einsatzfahrten schnell wahrnahmen und freie Bahn im Verkehr schafften.
Da blaues Licht in der Atmosphäre die größte Streuung erreichte und daher auch von Kampfflugzeugen am schlechtesten zu erkennen war, entschied man sich für das blaue Blinklicht. Dieses hält sich bis heute und beweist jeden Tag aufs Neue seinen extremen Nutzen für Einsatzfahrzeuge im Straßenverkehr.

Notruf-/Hilfekarte

Rufnamen

"Leitstelle Ortenau von 3/83/1 kommen…"

Hmm..., aber was bedeuten eigentlich diese drei Zahlen im Rettungsdienst?

Die erste Zahl steht für die Rettungswache. Im Ortenaukreis sind die Nummern folgendermaßen zugeteilt:

1 = Ettenheim
2 = Lahr
3 = Offenburg
4 = Oberkirch
5 = Kehl
6 = Zell a.H.
7 = Hausach
8 = Hornberg
9 = Schiltach
10 = Rheinau/Freistett
11 = Malteser Hilfsdienst Offenburg Schnelleinsatzgruppe (SEG) Rettungsdienst
12 = Achern
13 = Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Offenburg
14 = Malteser Hilfsdienst Krankentransport (KTW)
15 = Gengenbach

Die zweite Zahl steht für die Art des Rettungsmittels und ist beim Rettungsdienst im Ortenaukreis wie folgt zugeordnet:

11 = Einsatzleitungsfahrzeug (ELW)
80 = Sonstiges arztbesetztes Einsatzmittel
82 = Notarzteinsatzfahrzeug
83 = Rettungswagen (RTW)
85 = Krankentransportwagen (KTW)

Die dritte Zahl steht für das jeweilige Fahrzeug der Wache.

So ist also der 3/85/4 der vierte KTW der Rettungswache Offenburg. Der 2/83/1 der 1. RTW aus Lahr.

Schemata im Rettungsdienst

ABCDE ohne pathologischen Befund!

Hier erklären wir Euch, mit welchen Schemata die Retter im Notfalleinsatz am meisten arbeiten.


ABCDE

Mit dem ABCDE-Schema werden kritisch Kranke und Verletzte nach Priorität untersucht und versorgt. Das Schema wird international im Einsatz und zu Schulungszwecken eingesetzt. Die einzelnen Buchstaben bedeuten folgendes:

A (Airway):

Hier werden die Atemwege auf Fremdkörper oder Verletzungen untersucht. Auch die Halswirbelsäule wird hier vor allem bei verletzten Patienten auf Schädigungen untersucht und gegebenenfalls mit einer Cervikalstütze (Halskrause) gestützt.

B (Breathing):

Hier wird die Atmung und die Lungenfunktion genauer unter die Lupe genommen. Hat der Patient zyanotische (bläuliche) Lippen oder Finger? Atmet er zu langsam oder zu schnell? Ist seine Sauerstoffsättigung im Blut zu gering? Braucht er Sauerstoff? Wie hört sich die Lunge beim Abhören mit dem Stethoskop an?

C (Circulation):

Auch der Kreislauf spielt in der Patientenversorgung natürlich eine wichtige Rolle! Ist der Blutdruck zu hoch oder zu niedrig? Schlägt das Herz zu schnell oder zu langsam? Was sieht man auf dem EKG des Patienten? Hat der Patient innere oder äußere Blutungen?

D (Disability):

Der neurologische Status des Patienten ist vor allem dann genau abzuklären, wenn es darum geht, den Patienten bspw. auf einen Schlaganfall oder eine Gehirnerschütterung zu untersuchen. Hier werden Punkte wie FAST (s.h. FAST-Schema), Schwindel, Übelkeit und die GCS (s.h. GCS) abgeklärt.

E (Environment/Exposure):

Bei "E" geht es um die Umgebung. Ist es draußen sehr kalt und braucht der Patient Wärme? Ist es sehr warm? Hat der Patient Verletzungen, wo sind diese lokalisiert und welche Art von Verletzungen sind es? Gerade bei inneren oder äußeren Blutungen setzen die Retter das "C" an den Anfang, da diese Blutung je nach Schwere rasch lebensbedrohlich wirken kann.


SAMPLER

Das SAMPLER-Schema benutzen die Retter, um Hintergrundinformationen über den Patienten zu erfahren. Es gliedert sich wie folgt:

S (Symptome):

Welche Symptome zeigt der Patient momentan (ABCDE?)?

A (Allergien):

Hat der Patient Allergien oder Unverträglichkeiten gegenüber verschiedenen Stoffen oder Medikamenten?

M (Medikamente):

Welche Medikamente nimmt der Patient dauerhaft?

P (Pat. Geschichte):

Hat der Patient irgendwelche Vorerkrankungen? Gibt es einen Arztbrief, der die Vorerkrankungen dokumentiert hat?

L (Letzte Mahlzeit/letzter/s Stuhlgang/Wasserlassen):

Wann war der Patient das letzte Mal auf der Toilette? Gab's Probleme dabei?

E (Ereignis):

Gab's ein besonderes Ereignis in der Vergangenheit, welches die Symptome auslöste?

R (Risiko):

Gibt es Risikofaktoren, die das momentane Ereignis begünstigten? Raucht der Patient? Trinkt er Alkohol?

Glasgow Coma Scale (GCS)

Die GCS gibt den Rettern in Form eines Wertes Aufschluss über den Bewusstseinszustand des Patienten. Der Wert reicht von 3 (tief bewusstlos/Koma) bis 15 (Wach, ansprechbar, voll orientiert) und gliedert sich wie folgt:

Augen öffnen

4 spontan
3 auf Aufforderung
2 auf Schmerzreiz
1 gar nicht

Verbale Reaktion

5 orientiert, konversationsfähig
4 desorientiert
3 inadäquat (Wortsalat)
2 unverständliche Laute
1 gar nicht

Motorische Reaktion

6 nach Aufforderung
5 gezielte Abwehr auf Schmerzreiz
4 ungezielte Abwehr auf Schmerzreiz
3 Beugesynergismen auf Schmerzreiz
2 Strecksynergismen auf Schmerzreiz
1 gar nicht


FAST

Mit dem FAST-Schema lässt sich präklinisch schnell ein erstes Bild über den neurologischen Status des Patienten ermitteln. Dieses Schema ist vor allem zur Erkennung bspw. eines Schlaganfalles wichtig und setzt sich wie folgt zusammen:

F (Face):

Gibt es Auffälligkeiten im Gesicht, wie eine hängende Wange oder ein hängender Mundwinkel? Ist Krimassen schneiden oder die Stirn runzeln unmöglich? Zeigen die Augen nur noch in eine Richtung?

A (Arm):

Hat der Patient unerklärliche Gefühlsstörungen wie Taubheit oder Kribbeln in den Armen oder Beinen?

S (Speech):

Redet der Patient völlig verwirrt oder hat er eine verwaschene Sprache?

T (Time):

Wann haben die Symptome begonnen? Lässt sich der Zeitraum genau eingrenzen?


IPAP

Das IPAP-Schema wird zur Untersuchung des Patienten genutzt. Die einzelnen Buchstaben stehen hier für die jeweilige Untersuchungsmethode:

I (Inspektion):

Sieht man irgendwelche Verletzungen, Hämatome, Ausschläge auf der Haut?

P (Palpation):

Hat der Patient Schmerzen, wenn man auf eine bestimmte Stelle drückt? Spürt man Verhärtungen oder eine Stufenbildung beim Tasten?

A (Auskultation):

Was hört man mit dem Stethoskop? Krankhafte Lungen- oder Bauchgeräusche?

P (Perkussion):

Wie hört sich der Klopfschall auf Bauch und Brust an?


OPQRST

Das OPQRST-Schema nutzen die Retter um Schmerzen genauer deuten und einem bestimmten Krankheitsbild zuordnen zu können. Es setzt sich wie folgt zusammen:

O (Onset):

Wann hat der Schmerz angefangen?

P (Palliation/Provocation):

Gibt es Faktoren, die den Schmerz begünstigen oder auslösen? Z.B. Druck auf die Stelle oder Bewegung?

Q (Quality):

Wie zeigt sich der Schmerz? Ist es ein stechender, drückender, krampfartiger, ansteigender Schmerz?

R (Radiation):

Strahlt der Schmerz aus in z.B. Arme oder Rücken?

S (Severity):

Wie stark sind die Schmerzen? Schmerzskala (s.h. NRS)

T (Time):

Haben sich die Schmerzen im zeitlichen Verlauf verändert oder sind sie früher schon einmal aufgetreten?


NRS (Numeric rating scale)

Die Schmerzskala (NRS) nutzen die Retter um im Rahmen der Befragung nach OPQRST oder generell die Stärke von Schmerzen zu erfragen. Die Skala reicht von 0=Kein Schmerz bis 10=der stärkste Schmerz, den man sich vorstellen kann.